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Łodz 1939 - 1945

Lodz war eins der größten Industriezentren der II. Republik Polen. Die Stadt war durch eine ethnische Mischung der Bevölkerung gekennzeichnet - von 670 000 ihrer Einwohner betrug die Zahl der polnischen Bürger über die Hälfte. Über 230 000 Juden und ca. 60 000 Deutsche lebten in Lodz. Während des Polenfeldzuges im September 1939 wurde in der Umgebung von Lodz durch die Armee „Lodz" unter der Führung von General Juliusz Rómmel gegen die Einheiten der 8. und 10. deutschen Armee hart gekämpft.

Nach dem 6. September musste sich die von der Umzingelung vom Norden und Süden bedrohte Armee „Lodz" in Richtung Warschau zurückziehen. Schon am Abend, dem 8. September 1939 marschierten die ersten Wehrmachttruppen in die Stadt ein. Am 9. September wurde Lodz dem Dritten Reich einverleibt und am 11. April 1940 bekam es den deutschen Namen Litzmannstadt. Dann am 17. April 1941 wurde Lodz ein neues Stadtwappen - ein doppelflügeliges Hakenkreuz auf blau-goldenem Hintergrund verliehen. Die Stadt nahm in den Plänen des Nazi-Besatzers einen besonderen Platz ein. Sie sollte so wie der ganze Reichsgau Wartheland ein Experimentier- und Mustergebiet für verschiedene Aktivitäten werden, die das Polentum vernichten sollten. Innerhalb der Stadtgrenzen wurden die polnischen Bürger aus guten Stadtvierteln und Wohnungen in schlechtere umgesiedelt. Tausende wurden ins Generalgouvernement, Dutzende Tausend zu Zwangsarbeiten in weit entfernte Gebiete Deutschlands deportieret.

Die zurückgebliebenen Einwohner wurden gezwungen, für die Kriegsindustrie des Dritten Reiches zu arbeiten. Die Lebensbedingungen trugen kontinuierlich zur biologischen Auszehrung von Menschen bei. Es mangelte an Versorgung mit Lebensmittel, Kleidung, Heizstoff; die medizinische Versorgung funktionierte nicht ausreichend. Alle Anzeichen von Protesten und Unzufriedenheit wurden hart bestraft. Eine direkte Ausrottungsaktion wurde im großen Umfang durchgeführt - meistens betraf sie die Lodzer Akademiker, Jugendliche und andere Bevölkerungsgruppen. Gegen die polnische Kultur und Bildung wurden Maßnahmen getroffen - Schulen, Theater und die Philharmonie wurden geschlossen, Denkmäler und Bibliotheken wurden zerstört.

Lediglich in zwei römisch-katholischen Kirchen durften Messen in der polnischen Sprache abgehalten werden, die ansonsten an allen anderen öffentlichen Plätzen verboten war. Eine besondere Vernichtungsstelle war das am 8. Februar gegründete Judenghetto, das das Zentralarbeitslager für die Wirtschaft des Dritten Reiches bildete. Im Ghetto wurden über 200 000 Juden aus Lodz und anderen Städten des Warthelandes untergebracht. Darüber hinaus wurden dahin 20 000 Juden aus Deutschland, Österreich, Böhmen und Luxemburg und ca. 5 000 Roma und Sinti aus den Grenzgebieten Österreich und Ungarns (Burgenland) deportiert. Am 16. Januar 1942 begann die direkte Vernichtung der Ghettoinsassen. Meistens wurden sie in die Vernichtungslager Kulmhof am Ner und Auschwitz-Birkenau geschickt. Insgesamt wurden etwa 145.000 Menschen bis zur Auflösung des Ghettos am 29. August 1944 umgebracht. Das Netz von Untersuchungshaften, Durchgangs- und Zwangsarbeitslagern diente der Vernichtungspolitik des Besatzers.

Besondere Orte waren: das Lager und Polizeigefängnis in Radogoszcz und das Polenjugendverwahrlosungslager in der Przemysłowastraße mit seiner Filiale für Mädchen in Dzierżązna bei Biała. Lodz war auch eins der größten Konspirationszentren in den dem Dritten Reich eingegliederten Gebieten. Am 19. Januar 1945 hörte die Nazi-Besatzung in Lodz auf. Die Stadt erlitt bedeutende Verluste unter der Bevölkerung. Im Vergleich zum Stand vom Jahr 1939 sank die Einwohnerzahl um 55%, also 327 000 Menschen. Die jüdische Minderheit wurde fast völlig ermordet und die Verluste unter den polnischen Bürgern betrugen ca. 140 000 Menschenleben. Materielle Verluste waren ebenfalls sehr hoch - besonders vernichtet waren die Textilfabriken und Wohnhäuser in den Stadtvierteln: Stare Miasto und Bałuty.
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